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Du möchtest also gern einen Roman schreiben und nun fragst du dich, wie du deine Geschichte gestalten kannst, damit deine Figuren überzeugen, die Handlung schlüssig ist und bis zur letzten Seite fesselt?
Willkommen in der Buchwildnis. Es gibt viele Details, die deinen Roman einzigartig machen. Und obwohl Schreiben eine kreative Kunst ist, ist es zugleich auch ein Handwerk, das du dir aneignen darfst. Dafür gebe ich dir diesen roten Faden an die Hand, damit du weißt, was du wirklich für deine Geschichte brauchst. So kommst du vom Chaos im Kopf zu einem fertigen Roman und kannst Lesende und Verlage begeistern.

Motivation: Notiere dir deinen Grund, warum du schreibst.
Idee und Plot: Eine klare Idee und ein übersichtlicher Plot sind das Fundament für dein Buch.
Figuren und Welt: Lebendige Charaktere und eine authentische Welt sorgen für Spannung.
Recherche: Mit Details erreichst du mehr Tiefe in deiner Geschichte.
Schreibstil: Erzähle mit deiner Stimme, für dein Genre.
Schreibprozess: Routine ist wichtig, Pausen genauso.
Überarbeiten & Veröffentlichen: Überarbeitungen machen dein Buch besser. Danach findest du den passenden Weg für dich, ob Selfpublishing oder Verlag.
Wenn du ein Buch schreiben willst, gibt es dafür einen Grund. Das kann ein Gedanke sein, der dich nicht mehr loslässt, oder ein Problem, das du sichtbar machen möchtest. Oder du willst für ein paar Stunden in einen schönen Traum eintauchen und alles andere um dich herum vergessen.
Was auch immer dein Grund ist, er ist der Funke für deinen Roman. Mach dir diese Motivation bewusst. Nimm dir gern ein wenig Zeit und überlege, warum du unbedingt schreiben willst, warum es dieses Buch werden soll. Notier es dir.
Häng dir deinen Grund gut sichtbar an deinen Schreibplatz, damit du dich jedes Mal daran erinnerst, oder schreib ihn in dein Schreibtagebuch, wenn du ihn wie einen kleinen Schatz für dich behalten willst.
Wichtig ist nur: Erinnere dich an dein „Warum“, wenn es mit deinem Buch nicht so vorangeht, wie du es dir wünscht.
Nett to know: Entscheide, ob Schreiben ein Hobby für dich ist oder ob du auch veröffentlichen möchtest. Die Entscheidung liegt ganz bei dir, und du kannst sie auch jederzeit ändern.

Mit den Ideen für ein Buch ist es meistens so: Entweder stürzen sich die Ideen auf dich und du willst am liebsten alle auf einmal umsetzen oder sie laufen vor dir weg und verstecken sich.
Viele Ideen: Schreib dir am besten jede davon auf. So geht keine verloren.
Keine Ideen: Die Inspiration ist näher, als du annimmst. Schau dir in deiner Umgebung um. Was beschäftigt dich dort? Was fehlt dir? Wünschst du dir etwas? Hat dich ein Buch oder Film wütend gemacht und du willst es anders umsetzen?
Frage dich, welche Idee dich am meisten anzieht. Es ist wichtig, dass du motiviert bist und für deine Buchidee brennst. Denn du wirst sehr viel Zeit mit ihr verbringen, also solltest du sie auch wirklich lieben.
Kurze Frage: Weißt du schon, in welchem Genre du schreiben willst? Romance, Fantasy, Krimi oder etwas anderes? Wenn nicht, verschaffe dir einen Überblick zu den Buchgenres. Denn jedes Genre zeichnet sich durch gewisse Feinheiten aus.
Auch wenn du von Tropes noch nie etwas gehört hast, sind sie ein Hort für Inspiration. Sie geben einen Eindruck über den typischen Verlauf der Geschichte, Handlungsstränge oder Motive und Themen. Du brauchst nicht zwingend Tropes, sie geben jedoch nicht nur für Lesende einen tollen ersten Überblick zum Inhalt des Romans, sondern dienen dir gleichzeitig als roter Faden, zusammen mit deinem Genre.
Nett to know: Denke schon bei der Buchidee an deine zukünftigen Lesenden (deine Zielgruppe) und behalte sie auch für die weiteren Entscheidungen im Hinterkopf, damit dein Roman den richtigen Nerv trifft. Wenn du einen Krimi in die Hand nimmst, erwartest du spannende Verbrechen und falsche Fährten und wärst enttäuscht über eine berauschende Romanze am Arbeitsplatz.

Du hast die Idee für deinen Roman, aber nun stellt sich die Frage, ob du direkt losschreiben oder zuerst ein Konzept für die Handlung erstellen solltest.
Beide Methoden haben ihre Vorteile:
Die meisten Autoren haben einen funktionierenden Mix aus beiden Methoden für sich geschaffen. Am Anfang kann es helfen, wenn du dir einen groben Plot entwickelst – also Anfang, Mitte und Ende –, damit du nicht im Schreibprozess stecken bleibst und sich keine großen Logiklöcher (Plot Holes) auftun.
Es existieren verschiedene Plottingmethoden. Meine liebste ist die Heldenreise, weil sie universell für jede Geschichte eingesetzt werden kann. Schon die alten Griechen vor 2000 Jahren haben danach ihre Geschichten geschrieben und auch in der Filmbranche ist die Heldenreise sehr beliebt.
Spannende Figuren sind wie das Herzstück für dein Buch. Wenn ihr Schicksal die Lesenden fesselt, lesen sie weiter. Nimm dir Zeit für deine Figuren und verwebe sie mit deinem Plot.
Was braucht deine Figur? Gib ihr nicht nur ein prägnantes Aussehen, sondern auch einen individuellen Charakter und ein persönliches soziales Umfeld. Keine Figur existiert losgelöst von anderen außerhalb einer Gesellschaft.
Ein Schuss Außergewöhnliches verleiht deiner Figur den letzten Schliff, wie ein besonderes Hobby, ein einzigartiger Charakterzug oder eine kuriose Vergangenheit.
Gib deinen Figuren Stärken, Schwächen, Ziele und Ängste, dadurch werden sie natürlich und lebendig und nahbarer. Lesende können sich in sie hineinversetzen und fiebern mit ihnen mit.
Tipp: Baue dir einen Charakterbogen, in dem du alle Details zu deinen wichtigsten Figuren festhältst. Du wirst es brauchen, wenn du beim Schreiben überlegst, welche Augenfarbe Figur B noch mal hatte.

Du schreibst weder Fantasy noch Sci-Fi. Bleib trotzdem kurz hier. Denn Weltenbau hat nicht nur was mit magischen Welten und fremden Galaxien zu tun. Auch in einem Liebesroman, Thriller und historischen Roman bewegen sich die Figuren in einer bestimmten Welt.
Überlege, wie diese Welt aussieht. Spielt deine Geschichte in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft? Wie und wo leben deine Figuren? Wie sieht ihr Alltag aus und welche Kleidung und Gegenstände benutzen sie? In welcher Lebensphase befinden sie sich? Wer trifft die politischen Entscheidungen?
Hast du dich für deinen Fantasy- oder Science-Fiction-Roman entschieden, kommen andere Spezies, Magie oder wissenschaftliche Entwicklungen hinzu, die den Alltag deiner Figuren beeinflussen.
Aus deinen Figuren und dem groben Plot erkennst du jetzt die Themen, über die du deinen Roman schreiben möchtest. Inzwischen gibt es so viel Wissen auf der Welt, dass du unmöglich zu jedem Thema alles direkt im Kopf hast. Also geht es jetzt an die Recherche.
Deine Hauptfigur ist Konditorin, aber du hast noch nie mit Schokolade gearbeitet? Schreibst du jetzt einfach drauflos, werden deiner Geschichte Details fehlen, die sie farbenfroher macht. Im Idealfall kennst du jemanden, der dir alles aus erster Hand erzählen kann. Am besten wäre, wenn du die Person einen Tag lang begleiten könntest und so selbst Erfahrungen sammelst, die du in deinen Roman einfließen lässt. Ansonsten recherchiere im Internet, in Sachbüchern oder schau eine Doku zu diesem Thema.
Hinweis: Notier dir alle für deinen Roman relevanten Themen, zu denen du recherchieren willst, und arbeite sie ab.

Du willst endlich zur Tastatur greifen und dein Buch schreiben. Vorher solltest du dir noch überlegen, wie du deine Geschichte erzählen willst. Denn auch hier gibt es verschiedene Optionen und manche eignen sich für bestimmte Genre mehr als andere.
Die Erzählperspektive:
Die Erzählzeit:
Ein Schreibstil entwickelt sich über Jahre. Fang einfach an und verstell dich nicht, so scheint deine persönliche Stimme durch den Text. Schreibe, wie du sprechen würdest. Mit Zeit und Übung schleifst du deinen Stil, sodass er klar, lebendig und authentisch wird. Übrigens: Lesen gehört auch zum Üben, denn so erkennst du andere Schreibstile und findest für dich heraus, was dir gefällt.
Der Anfang deines Buches entscheidet darüber, ob Lesende dranbleiben oder zu einem anderen Buch greifen. Hab jetzt bitte keine Scheu vor den ersten Seiten. Du kannst sie jederzeit überarbeiten.
Wichtig ist vor allem, dass du deine Figuren (und somit auch deine Lesenden) direkt in die Handlung reinwirfst. Fang dort an, wo der erste Konflikt entsteht, denn der animiert zum Weiterlesen. Spannend und emotional ist hier das Stichwort, damit Lesende mitfiebern und wissen wollen, ob deine Figuren ihre Ziele erreichen.
Schreib Kapitel für Kapitel. Für den Anfang empfehle ich dir, die Reihenfolge einzuhalten, aber solltest du Schwierigkeiten damit haben, schreib das Kapitel, auf das du gerade am meisten Lust hast. Es gibt auch Autoren, die ihr Buch von hinten nach vorn schreiben. Finde heraus, was für dich gut funktioniert.
Damit du dranbleibst und dein Buch nach der ausführlichen Vorbereitung nicht in einem Dateiordner einstaubt, plane dir Schreibzeiten ein. Denn Schreiben ist ein Handwerk und Routine bringt dich voran. Setze dir realistische Schreibziele – auch eine Viertelstunde pro Tag bringt dich voran – und vergiss die Pausen nicht. Mit ihnen lassen sich Schreibblockaden vermeiden.
Dein neues Mantra:
Schreiben ist ein Marathon und kein Sprint.
Kleb es dir an deinen Schreibplatz.
Nett to know: Vielleicht glaubst du, dass dein Buch sofort perfekt sein muss. Diesen Satz darfst du streichen, denn das wird definitiv nicht der Fall sein. Die erste Version ist ein Rohentwurf, den du so oft überarbeiten kannst, wie du willst. Daher keine Angst vor schlechten Sätzen. Eine schlechte Seite kannst du bearbeiten, aber eine leere Seite kannst du gar nicht bearbeiten.
Der erste Entwurf deines Romans ist fertig. Das ist toll! Viele Menschen, die ein Buch schreiben wollen, werden nie mit ihrem ersten Entwurf fertig. Darum ist das eine fantastische Leistung. Und zugleich bist du noch nicht am Ende des Pfades zu deinem Buch angelangt, denn nun folgt das Überarbeiten.
Überprüfe Struktur, Spannung und Sprache und bring sie in die gewünschte Form. Schau dir zuerst den Plot und die Figuren an. Anschließend widmest du dich der Sprache. Zuletzt kümmerst du dich um Rechtschreibfehler.
Dein Roman ist endlich bereit für die ersten Testlesenden. Das sind idealerweise Personen, die du kennst und denen du vertraust, die dir aber auch ehrlich und respektvoll Feedback geben können zu deinem Buch. Wichtig ist hier: Diese Personen sollten das Genre lesen, in das du deinen Roman eingeordnet hast.
Das Feedback kannst du anschließend einarbeiten und auf diese Weise letzte übersehende Logiklöcher, Unklarheiten und Fehlerchen beseitigen.
Nett to know: Du musst nicht jede Anmerkung stumpf umsetzen. Schau dir genau an, was die Kritik beinhaltet und entscheide dann, ob du etwas änderst oder nicht. Bernhard Hennen hat mir mal den Tipp gegeben: Wenn mehrere Testlesende an derselben Stelle stolpern, dann schau es dir genauer an.

Der letzte große Schritt auf dem Romanpfad ist die Veröffentlichung. Du hast zwei Optionen: Verlag oder Selfpublishing. Es gibt hier keinen besseren und schlechteren Weg und ich zeige dir, warum:
Verlag: Du erhältst einen Partner, der sich in der Buchbranche auskennt und Lektorat, Korrektorat, Cover, Buchsatz, Verfügbarmachung übernimmt. Dafür ist dein Honorar niedriger. Werbung/Marketing gehört auch bei einem Verlagsvertrag für dich dazu.
Hinweis: Besonders Publikumsverlage (die großen) nehmen oft nur Autoren, die über eine Literaturagentur kommen. Wenn du also dein Glück bei den Großen versuchen willst, stelle deinen Roman zuerst einer Literaturagentur vor. Erhältst du Absagen (oder keine Reaktion), kannst du die Verlage anschreiben, die auch direkt von Autoren Manuskripte annehmen.
Zum Abschluss bekommst du von mir kostenlos den Pfad zum Roman, der die klar und übersichtlich eine Orientierung gibt, was du alles brauchst, um dein Buch zu schreiben. Außerdem erfährst du dort direkt, wie es nach dem Schreiben weitergeht und wie diese Wege aussehen.
kostenlos und unverbindlich

Wer kann ein Buch schreiben?
Du! Nein wirklich, die Antwort ist alle. Fang einfach an.
Ich möchte ein Buch schreiben: Wie fange ich an?
Wenn du ein Buch schreiben willst, arbeite zuerst deine Idee aus, entscheide das Genre und entwickle deine Figuren und die Handlung (den Plot). Anschließend wählst du die Erzählperspektive, ehe du mit dem Schreiben Kapitel für Kapitel beginnst.
Wie finde ich einen guten Platz zum Buch-schreiben?
Überlege dir, was du brauchst, um dein Buch zu schreiben. Möchtest du es ruhig und ohne Ablenkungen, dann such dir einen Ort, der genau diese Bedingungen erfüllt. Wohnst du nicht allein oder hast kein Arbeitszimmer zu Hause, sieh dich nach einer Bibliothek oder einem Co-Working-Space um. Liebst du es lebendig, schnapp dir deinen Laptop und geh ins nächste Café.
Welche Software hilft beim Buch schreiben?
Du kannst mit einem kostenlosen Programm wie LibreOffice Writer starten. Wenn du Word hast, reicht das völlig aus. Es gibt natürlich auch Schreibprogramme, die direkt für Autoren entwickelt wurden (zum Beispiel Papyrus und Scrivener).
Wie lang sollte mein Buch werden?
Es gibt Bücher mit 250 Seiten und 1000-Seiten-Romane. Orientier dich an der durchschnittlichen Länge der Bücher, die in deinem Genre veröffentlicht sind.
Wie kann ich mein Buch schreiben, wenn ich in einer Schreibblockade stecke?
Solltest du hängenbleiben und es mit dem Schreiben nicht klappen, mach dir keinen Druck. Jedem Autor ist das schon mal passiert, darum musst du dir keine Sorgen machen. Schau drauf, was der Grund für die Blockade sein könnte. Zweifelst du an deiner Idee? Weißt du nicht, wie du die nächste Szene aufbauen willst? Oder bist du erschöpft vom Alltag? Je nach Grund kannst du eine Pause einlegen, deine Routine ändern oder ein, zwei Schritte zurückgehen und deinen Plot anpassen.

Du wünscht dir Begleitung beim Schreiben, um dranzubleiben und einem roten Faden zu folgen, damit du dein Buch bis zum Ende schreibst, ohne Überforderung und mit Spaß? Dafür habe ich "SchreibNavi-Magic" entwickelt.
Elisa Hampe, Schreibberaterin
und Fantasy-Autorin "Aria Rauh"